Evangelische Kirchengemeinde Angeltürn

Örtliche Lage


Quelle: Wolf Tecklenburg

Kirchengemeinde

 
Die Evangelische Kirchengemeinde Angeltürn zählt ca. 50 Gemeindeglieder bei einer Gesamteinwohnerzahl von ca. 150 Personen. Die Gemeinde hat einen eigenen Kirchengemeinderat, eine eigene Kirche und - eine Besonderheit - einen kircheneigenen Friedhof. Mit seiner Gemeindegröße ist Angeltürn eine der kleinsten Kirchengemeinde im Dekanat Adelsheim-Boxberg. 
 
14-täglich und an den kirchlichen Festtagen versammelt sich die Gemeinde Angeltürn zum Gottesdienst mit manchmal über 50% der Evangelischen. Einmal jährlich findet ein Gottesdienst für Familien mit kleinen Kindern statt. Gerne kommen auch aus anderen Gemeinden Besucher zu den Gottesdiensten. 
 
Die Kirchengemeinde Angeltürn wird vom Pfarrer in Boxberg mitversorgt; auch die Verwaltung der Kirchengemeinde geschieht durch das Pfarramt in Boxberg.
 

Geschichte der Kirchengemeinde

Die Geschichte des Ortes Angeltürn in dem kleinen Seitental der Umpfer ist in vielem vergleichbar den Geschichten anderer Gemeinden im Bauland. Sie ist geprägt von häufigem Besitzerwechsel: Verkauf, Verpfändung und Tausch unter den Herrschenden, den 'Edelherren' und Rittern und Ordensbischöfen. 
 
Das Schicksal Angeltürns ist von früher Zeit an mit Boxberg verbunden, auch wenn in einer Urkunde aus dem Jahr 1764 - es geht um einen Streit, ob die hohe Kurpfalz schon vor 1589 die Landesherrlichkeit innehatte - geschrieben steht: "Der fleckchen Angelthurn führte immerhin sein eigenes, in einem streitt urm bestehendes Dorff und Gerichtswappen, hatte vor undenklichen Jahren her seine eigene pfarrey, Schultheißen, Bürgermeister und Gericht." 
 
Nach dem Tod des letzten Rosenbergers 1572 wurde Angeltürn in der Folgezeit Eigentum vieler Herrschaften. Unter der Herrschaft derer von Dienheim mussten die Bewohner 1589 den Glauben ihres Herrn annehmen und protestantisch werden. Der katholische Pfarrer wurde vertrieben. Ein 'Pfalzpfarrer' kam von Boxberg und versah den Dienst. Dagegen wurde im 30jährigen Krieg 1624 der protestantische Pfarrer von Tilly weggeschickt. Da außerdem das Pfarrhaus zerstört wurde, hatte Angeltürn danach keinen evangelischen Pfarrer mehr, sondern wird seitdem von Wölchingen bzw. Boxberg aus betreut. 
 
Katastrophen, wie die Pestzeiten 1612 und 1618, dezimierten die Bevölkerung. Der 30jährige Krieg brachte Leid und Tod. Mehrmals verwüsteten Soldaten und umherziehende Banden das Dorf, plünderten, schändeten, brandschatzten und mordeten. Die letzten Besitzer waren ab 1764 die Freiherren von Fick. Ein Grabstein auf dem Friedhof berichtet vom 'letzten seines Stammes, Franz von Fick, verstorben am 8. Juli 1879.' 
 
Angeltürn: ein kleines Dorf, eine kleine Schar, eine alte, große Tradition, die bis heute prägt, und eine Geschichte der Untergänge und immer neuen Anfänge, der Schuld und der gnädigen Hilfe und Bewahrung Gottes.
 

Kirche

 
Quelle: Wolf Tecklenburg

Adresse:

Evangelische Kirche Angeltürn
Steinstraße
97944 Boxberg-Angeltürn

Informationen zur Kirchengeschichte finden Sie hier
Wie ein Wächter über Tal und Dorf steht die evangelische Kirche auf einem Felsvorsprung. Ob nun ein Engel dem Erbauer diesen Platz zeigte, oder die 'Mutter Gottes' einem Hirten, Tatsache ist wohl, dass sie an dieser Stelle ein Wächteramt in kriegerischen und unruhigen Zeiten innehatte. Ihre dicken, festen Mauern boten Schutz und der befestigte Friedhof Sicherheit den Bewohnern.
 
Die Kirche ist heute ein Schmuckstück über dem Umpfertal. Die sechs Wandfresken im Chorraum, um 1450 entstanden, bilden einen kleinen Kunstschatz. Das Geläut besteht aus drei Glocken, darunter ist eine sehr alte gotische Glocke. Eine Glocke musste im Krieg abgegeben werden und wurde eingeschmolzen;sie wurde 1958 durch eine neue Glocke ersetzt; eine weitere Glocke wurde später gestiftet.

(Stand:06/2017)
 
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