Gedanken zum Sonntag

- 26.09.2017 - 

Erntedank

 

 

 

Liebe LeserIn,

Schnitter inmitten von Getreidefelder und Getreidehalmen, höher als sie selbst – die Ernte wächst ihnen im wahrsten Sinne über den Kopf! Für die Menschen in Israel muss Ägypten mit dem fruchtbaren Ackerland und dem wasserreichem Nil wie ein Nachhall des Paradieses gewirkt haben. Die Äcker in Israel: oft genug trocken, voller Steine, voller Mühen und Plage zu bearbeiten. Doch auch die Menschen in Ägypten wussten von Trockenperioden zu berichten; nur kluge, vorausschauende Weisheit riet dann zur rechtzeitigen Bevorratung in riesigen Kornspeichern – die Josefsgeschichte erzählt von solch menschlicher Weisheit und kluger Politik.

 

 

 

Wenn wir in diesem Jahr Erntedank feiern, dann mitten in einem reichen Land – für viele. Die meisten Bundesbürger haben mehr mit dem Problem des Übergewichts zu tun, nur wenige leiden an Mangelernährung. Das ist einen großen Dank wert.

 

Aber wir und vor allem die Landwirte wissen um die Gefährdung der Ernte auch bei uns: Frühlingsfröste, lange Trockenheit, Pflanzenkrankheiten lassen auch in Deutschland Landwirte um die Ernte bangen. Das Wetter erweist sich noch immer als stark. Umso mehr, den Gottesdank nach der Ernte nicht zu vergessen.

 

Und das andere lerne ich aus der Josefsgeschichte: der Gottesdank an Erntedank kommt erst dann zu einem guten Ende, wenn wir die menschliche Weisheit und Klugheit und Politik auf das gute Leben für viele und alle ausrichten. Es wird auf unsrer Erde genug Nahrungsmittel produziert für ein Leben für alle. Nur die Verteilung klappt nicht. Bürgerkriege machen die Arbeit auf den Feldern unmöglich. So ist Erntedank auch ein Aufruf an alle: macht endlich Frieden. Zuallererst Frieden unter den Menschen. Dann aber auch Frieden mit der Natur. Damit für alle die Getreidehalme uns über den Kopf wachsen und die Landwirte und Schnitter allüberall auf der Welt reiche Ernte halten dürfen.

 

Herzlichst,

Ihr Mathias Bless, Pfr