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Einführung von Dekan Ingolf Stromberger

„Wir freuen uns auf Dich“ Dekan Ingolf Stromberger wurde am 19. September feierlich in sein Amt eingeführt – Zahlreiche Gratulanten kamen nach Buchen

Von Andreas Hanel Buchen.
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – unter diesem Leitvers standen am Freitag die Feierlichkeiten zur Einführung von Dekan Ingolf Stromberger. Dabei ist der weite Raum aus dem Psalm-Vers im doppelten Sinne zu verstehen: zum einen auf geografischer Ebene – ab. 1. Januar 2026 wird Stromberger zusammen mit seinen Kollegen Wibke Klomp aus Wertheim und Folkhard Krall aus Mosbach den neuen Groß-Kirchenbezirk Odenwald-Tauber leiten – zum anderen auch auf geistlicher Ebene: Denn „der weite Raum, in den wir gestellt sind, ist der weite Raum der Liebe Gottes“, wie der neue Dekan in seiner Predigt herausstellte. Der 44-Jährige war mit überwältigender Mehrheit im April als Nachfolger von Rüdiger Krauth gewählt worden – auf Vorschlag von Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart. Sie war es auch, die Ingolf Stromberger nun zum neuen Dekan segnete. Dass er als Mann der Tat mit einem klaren Blick und einem großen Netzwerk wohl genau der Richtige für das Dekansamt ist, wurde nicht nur in den Grußworten deutliche, sondern auch durch die Tatsache, dass neben der Landesbischöfin zahlreiche Vertreter aus Politik und Kirche in die evangelische Christuskirche nach Buchen gekommen waren. Zum feierlichen Gottesdienst, der musikalisch vom Bezirkschor sowie vom Bezirksposaunenchor unter Leitung von Bezirkskantor Hyun Soo Park umrahmt wurde, begrüßte Jens Schwingel, Vorsitzender des Kirchengemeinderats der Buchener Gemeinde, und Karl Kress, Vorsitzender der Bezirkssynode, die Gäste. Letzter bedankte sich dabei bei Dekanstellvertreter Philipp Tecklenburg, der in der Zeit der Vakanz die Dekansaufgaben übernommen hatte. Dafür brandete spontaner Applaus auf.
Dann war es so weit: Landesbischöfin Heike Springhart verlas die Urkunde und segnete Stromberger in das Dekansamt ein. Der ehemalige Pfarrer von Großeicholzheim, der bereits am 1. September sein Amt als Dekan und dazu noch eine 50-Prozent-Stelle in Buchen zur Unterstützung von Pfarrerin Julia Lehner angetreten hatte, starte mit viel Rückenwind – wobei der Rückenwind „in Deinem Fall ein Rückensturm ist“, wandte sich die Landesbischöfin an den neuen Dekan. „Wir freuen uns auf Dich – mit deiner Klarheit, Besonnenheit, Liebe zu den Menschen und geistlichen Kraft“, so Springhart. Allerdings solle er sich neben den vielfältigen neuen Aufgaben auch Zeit nehmen für Freunde, Familie – und Fußball, gab die Landesbischöfin dem sportbegeisterten Dekan mit auf den Weg. Und: „Auch als Dekan lebst Du aus der Zuwendung Jesu Christi.“ Dass Gottes Liebe am Wirken sei, darauf ging auch Ingolf Stromberger in seiner Predigt ein: „Die Kirche, die liebt, ist die Kirche, die bleibt. Und die Kirche, die bleibt, ist die Kirche, die liebt.“ Und genau in solch eine „attraktive und kraftvolle Kirche“, in der jeder willkommen ist und die zum Segen für ihre Umgebung wird, möchte er sich einbringen. Dass Stromberger für seine neuen Aufgaben die nötige Portion Optimismus mitbringt, manifestierte sich im weiteren Verlauf seiner Predigt: Dass die Kirche schon deutliche bessere Zeiten erlebt habe, „an diesem Satz stimmt kein Wort“, so der Dekan, der mit Machtmissbrauch, mit dem Ausschluss von Frauen bei Ämtern und von Kindern beim Abendmahl, dem fehlenden Protest im Nazi-Deutschland und den Missbrauchsfällen auf historische Fehlentwicklungen der Kirche hinwies. Die aktuelle Krise der Kirche sei eine wirtschaftliche Krise. Schlechte Zeiten habe die Kirche indes nur dann, wenn sie in einer geistlichen Krise stecke, wenn sie nicht mehr wisse, worauf sie hoffen kann. Und: „Ob Kirche lebendig ist, hängt nicht vom Kontostand oder von der Anzahl der Gebäude ab. Wenn wir finanziell den Gürtel enger schnallen müssen, müssen wir zugleich den Blick weiten und auf das achten, was uns verheißen ist.“ Nämlich dass Gottes Liebe am Wirken sei, so Stromberger. Wie er die vor ihm stehenden Aufgaben angehen möchte, wurde ebenfalls deutlich: nämlich mit einer Kirche, die „einen weiten Horizont hat“, die „gerne im Gespräch ist“, die „gerne mit anderen unterwegs ist“, die „sichere Räume bietet“ und die „in Bewegung ist“ – angetrieben vom Geist der Liebe. Auch auf die Zusammenarbeit im neuen Kirchenbezirk Odenwald-Tauber „in bunt gemischten Gremien und im kollegialen Miteinander“ freue er sich. Dabei sollen „Menschen auch weiterhin ihre bekannten Orte als kirchliche Heimat erleben“, betonte Stromberger. „Der neue Bezirk gibt uns die Chance, Kräfte zu bündeln und gemeinsam Kirche zu gestalten – herzliche Einladung, dabei mitzumachen“, so der Dekan abschließend. Bedeutende Worte verschiedener Grußwortredner gab es auch im Anschluss an den Gottesdienst im JosephMartin-Kraus-Saal, wo ein Stehempfang stattfand. Den Reigen der Gratulationsworte und Geschenküberreichungen eröffnete Landrat Dr. Achim Brötel. Er zitierte den Theologen und Verfasser zahlreicher geistlicher Lieder, Jochen Klepper, der einst schrieb: „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.“ In einer Zeit, in der das Laute, oft auch das vorschnell Urteilende, das Polarisierende und das Ausgrenzende mehr Konjunktur zu haben scheint als das Nachdenkliche, Abwägende und Zusammenführende, „erinnert er uns so auch daran, dass Gott tatsächlich oft im Stillen wirkt“, so der Landrat. Dies sei auch eine Botschaft an die Kirche, nicht zu triumphieren oder zu herrschen, sondern vielmehr zu dienen. Und eine Botschaft an die Gesellschaft, „selbst Verantwortung zu übernehmen, und zwar vor allem auch dann, wenn es unbequem ist. Verantwortung für Gerechtigkeit, für Menschlichkeit und für das Leben insgesamt“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit, sagte Brötel und wünschte Stromberger alles Gute, ganz viel Gesundheit, Glück und Gottes Segen für das neue Amt. Dem schloss sich Buchens Bürgermeister Roland Burger an. „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, gute Zusammenarbeit sowie offene Türen und Herzen.“ Stromberger sei engagiert, nahbar und stehe stets in der Sache der Menschen, hob Burger hervor. Außerdem freue er sich, dass Buchen an zentraler Stelle Verwaltungssitz des neuen Kirchenbezirks wird. Die Stadt unterstütze gerne die gute Zusammenarbeit sowie das kirchliche Leben in seiner Vielfalt, sagte Burger. Thomas Holler, seines Zeichens katholischer Dekan in Tauberbischofsheim, sagte, dass er sich ebenfalls auf eine gute Zusammenarbeit freue – verbunden mit dem Wunsch, dass die „Ökumene lebt und bleibt“. Philipp Tecklenburg hatte für den fußballbegeisterten Dekan sowie für seine Frau Nadine einige originelle Geschenke dabei, auf die Stromberger als „neuer Spielführer“ des Kirchenbezirks nun zurückgreifen kann. Buchens Pfarrerin Julia Lehner und Kirchengemeinderatsvorsitzender Jens Schwingel überreichten ebenfalls einen Geschenkkorb für Strombergers Zeit in Buchen und hießen ihn willkommen. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Es macht Spaß, mit Dir im Team zu denken“, so die Pfarrerin. „Wir freuen uns, dass wir mit Dir zusammenarbeiten können“, sagten auch Strombergers Kollegen, Wibke Klomp und Folkhard Krall, die sich noch einmal bei Philipp Tecklenburg für dessen Einsatz bedankten. Diesem Dank schloss sich Dekan Ingolf Stromberger an, der abschließend für die freundliche Aufnahme in Buchen, Heike Springhart für das Vertrauen und „Hineindenken in unsere Situation“ sowie allen Beteiligten dankte.
 
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