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Kunstwerk des Quartals
Jahreslosung 2009
­Felix Droese hat das Multiple geschaffen. Felix Droese ist 1950 in Singen geboren.  Er verläßt das Gymnasiu­m vor dem Abitur, arbeitet als Vermessungsgehilfe, studiert Kunst in Düsseldorf, leistet seinen Zivi-Zeit in der Psychiatrie ab, wird einmal bei einer Vietnam-Demonstration verhaftet – ihm wird der Prozeß gemacht. Beeinflußt ist er von Joseph Beuys, von HAP Grieshaber und von Edvard Munch. Wie kaum ein anderer lebender Künstler ist er ein wacher, politischer Künstler. Er schaut genau auf die Wirklichkeit. Stellt unbequeme Fragen. Arbeitet mit einfachen Materialien: zerbrochenen Glasflaschen, Kuhfladen, Treibholz, gelesen Zeitungen. Druckt, schneidet kleine oder wandgroße Papierschnitte, zeichnet.  Spätestens, als er seine Papierschnitt-Installation ‚Ich habe Anne Frank umgebracht‘ auf der Dokumenta 1982 ausstellt, ist er in Deutschland bekannt. Dem internationalen Publikum wird er vertraut, als er 1988 auf der Biennale in Venedig den deutschen Pavillon zum ‚Haus der Waffenlosigkeit‘ umgestaltet.
Aber schauen wir hin, was ich Ihnen heute mitbringe:

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­­Felix­ Droese: Dafür gab ich meine Unschuld; Multiple; Provatsammlung Würzburg/ Eberstadt

Martin Luther hat immer wieder danach gefragt, was uns im Leben – und im Sterben – wichtig ist und trägt. Denn „das, woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“. Und so fragt Jesus einmal einen reichen Menschen: wovon lebst du? Die Frage ist: was zählt am Ende? Und was wird dich tragen, wenn es einmal ans Sterben geht? Dass du ein frommer Mensch gewesen bis und die ­Gebote gerne erfüllt hast? Oder dass du Gott liebst? Oder kommt dir die Beruhigung daher, dass du finanziell dich auf der sicheren Seite wähnst? Das, woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.
Aber hängt uns Herz nicht immer an Dingen, die neben und zuweilen auch gegen Gott stehen? Die Arbeit. Die Kinder. Mein Mann oder meine Frau. Der Fußball. Mein Hobby. Meine Gesundheit. Sie merken, wie schwierig es ist, das Herz ganz und ungeteilt an Gott zu hängen.
Wie gut, dass es für uns vermutlich unmöglich ist, so ausschließlich Gott zu lieben. Aber was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Das finde ich tröstlich, dass Gott auch noch mit  meinem schwachen, zerbrechlichen Glauben etwas anfangen kann. Gott sei Dank!
Ihr Mathias Bless, Pfarrer in Eberstadt
Wer mehr über Felix Droese erfahren will:
Dierk Stemmler: Felix Droese.  in: Künstler. Kritisches Lexikon zur Gegenwartskunst; Verlag Weltkunst  und Bruckmann München; Felix Droese: Drucke vom Holz. Katalog Museum Ludwig 1993; Felix Droese: Haus der Waffenlosigkeit. Katalog Dier Stemmler. 1988
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Aktualisiert Dienstag, 04. August 2009
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