| Ev. Kirche Hardheim |
Kunst in Kirchen
Seht hin, zunächst einmal auf die Mitte. Hell strahlt sein Licht. Hell leuchtet die Gestalt des Auferstandenen. Seine Dornenkrone trägt er auf den Kopf. Das Gesicht ist nur ganz oben andeutungsweise zu erkennen. Die Künstlerin möchte sich auch da nicht festlegen. Seine, die rechte, große Hand will uns segnen und auch senden. Die linke Hand ist abgebrochen. Sie verlängert sich in die unsichtbare Welt, in den absoluten Herrschaftsbereich Gottes hinein. Die weiße Gestalt schwebt förmlich auf dem gelben Hintergrund. Weiß ist die Farbe der Reinheit, es soll das Licht, das von oben her kommt versinnbildlichen. Braun ist die Farbe der Erde, die Farbe unserer Wirklichkeit. Braun ist die Farbe des Kreuzes, es ist das Kreuz des Auferstandenen. Überdimensional groß steht sein Kreuz im Hintergrund. Das Kreuz ist nicht Vergangenheit, es ist Gegenwart, die leidvolle Gegenwart. Die Füße des Auferstandenen reichen noch in die Dunkelheit, in das Grab, hinein. Aber es ist ein offenes Grab. Die Steine sind nach rechts verschoben. Christus tritt deutlich aus dem Grab heraus. Was kein Mensch gesehen hat, hier wird es angedeutet. Hier wird angedeutet, dass der auferstandene Jesus die Macht des Todes durchbricht. Hier leuchtet, wenn auch mir in schwachen irdischen Farben die Herrlichkeit dessen auf. Unterhalb der linken Hand deutet sich ein Gebäude an, das hat der ehemaliger Vikar Brüggemann mit einer Kirche verglichen, die man sich auch in die Ewigkeit verlängert, vorstellen kann. Unterhalb der rechten Hand möchte ich einen Vorhang erkennen. Da denke ich immer an die Worte in der Bibel: „Und der Vorhang im Tempel zerriss...“ am Tage der Kreuzigung. Von da an ist der Zugang zum Allerheiligste, sprich zum Vater, wieder frei. Oben rechts, im Zwickel des Kreuzes findet man die Initialen der Künstlerin und die Jahreszahl. Man muss aber ganz genau hinschauen. |
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Weil die Kirchenwände so einen Rauputz haben, hat die Künstlerin eine besondere Sandtechnik verwendet. Am Anfang sind auch immer noch kleine Körner abgefallen, die dann hinten auf der Altardecke lagen. Wir hatten dann direkt Angst um unser neues Bild und haben das der Schwester mitgeteilt. Sie kam auch bei Gelegenheit bei uns vorbei und schaute sich das an, fand aber kein Grund der Besorgnis. Das Tragische dabei war nur, dass das Auto der Schwestern auf dem Rückweg in einem schweren Unfall verwickelt wurde und Schwester Christamaria großen Schaden erlitten hatte. Mehrere schwere Knochenbrüche fesselten sie monatlang ans Krankenbett. Zum Glück hat sie sich aber wieder erholt. Auch hieraus kann man lernen: Der Gekreuzigte, der uns in der Tiefe hält, ist der Auferstandene, der und bei sich im Leben haben will. ER sagt uns zu: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“
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Christamaria Schroeder gehört zur Christusbrüderschaft in Selbitz bei Hof, ein evangelischer Orden, der nach 1945 dort in Frankenwald erstanden ist. Sie ist eine ausgebildete, anerkannte Künstlerin, die schon viele Bilder, Mosaiken und Glasfenster entworfen und ausgeführt hat.
Bilder sind zum Betrachten da! Wer sehen will, muss still werden, der muss alles andere beiseite lassen, der muss hinsehen, hineinsehen, solange bis das Bild zu reden beginnt, in unserem Fall: solange, bis Christus zu reden beginnt
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Aktualisiert Dienstag, 04. August 2009 |
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