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Deutliche Worte von Jesus
Montag, 26. Juli 2010, 08:27 Uhr

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Wort zum Sonntag, ökumenischKürzlich war im Bibelleseplan das 6. Kapitel des Johannesevangeliums an der Reihe. Und dort hat man einen Jesus erlebt, der nicht die leisen Töne gewählt hat, sondern Tacheles geredet hat. Und uns damit vor die Frage stellt, wie wir heute über Jesus sprechen.

Jesus hält darin eine große Rede. Viele Menschen sind gekommen und hören ihm zu.
Jesus weiß genau, warum sich solche Massen für ihn interessieren. Er hat am Tag zuvor mit einem großen Wunder 5000 Menschen satt gemacht. Und so einen Jesus lassen sich die Leute gefallen. Der für sie da ist, wenn sie ihn brauchen, der für ihr äußeres Wohlergehen sorgt - aber selbstverständlich keine Ansprüche an sie stellt.
Unterscheiden sich die Leute damals und die Leute heute wirklich so sehr?
Nun also sind sie um Jesus versammelt. Wie wird er sich verhalten? Noch ein paar Wunder tun und ein paar nette Worte sagen? Dann wäre er der Liebling der Massen gewesen.
Aber zugleich ein Betrüger. Denn er hätte ihnen die rettende Wahrheit verschwiegen.
Deshalb redet Jesus Klartext. Er betont, dass es bei ihm nicht um äußerliche Dinge geht, sondern um den ganz großen Wurf: das ewige Leben bei Gott. Er bezeichnet sich selbst als das geistliche Brot, das von Gott vom Himmel gekommen ist - nur wer dieses Brot isst, wird gerettet werden. Jesus sagt: „Das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“
Das ist Klartext. Es kann kein Heil, keine Rettung an Jesus vorbei geben. Nur wer auf ihn vertraut, wer ihm nachfolgt, wird auferstehen zum ewigen Leben.
Seine Zuhörer sind empört. Selbst Leute, die sich zu seinen Fans zählten, murren: „Das ist eine harte Rede!“ Also: Wie kannst du nur so etwas sagen, Jesus! Das ist doch eine Zumutung! Das ist im höchsten Maße intolerant! Das ist fundamentalistisch!
Wie reagieren Menschen heute auf so deutliche Worte? So viel anders als damals?
Jesus merkt, dass sie im Begriff sind, sich von ihm loszusagen. Was wird er jetzt tun? Seine Botschaft weichspülen? Sich selbst relativieren, als eine von vielen Möglichkeiten, zu Gott zu kommen? Alles, damit die Leute bei der Stange bleiben?
Er denkt nicht daran. Stattdessen bekräftigt er noch einmal seine Worte.
Die Bibel verschweigt nicht, was dann passiert. „Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm.“
Jesus ist traurig über jeden, der geht - aber er versucht nicht, sie mit Zwang zurückzuhalten. Jesus steht für Freiheit. Die Freiheit, sich für ihn oder gegen ihn zu entscheiden.
Deshalb stellt er nun auch seinen engsten Kreis vor die freie Wahl. „Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen?“
Und stellvertretend für alle antwortet Petrus: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“
Mit anderen Worten: Wenn wir dich verlassen, würden wir uns selbst ins Bein schießen. Nur bei dir finden wir die Botschaft, die uns retten wird, die uns das ewige Leben gibt.
Und wir als Christen, wir als Kirche heute? Was für einen Jesus werden wir den Menschen verkündigen? Wie werden wir reden? Werden wir seinem Vorbild folgen?

Stefan Albert, Pfarrer in Ravenstein




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