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Die Sindolsheimer Kirche
Unsere Kirche ist eine der schönsten Dorfkirchen des
Baulandes. Ihr ältester Teil ist das untere Stockwerk des Kirchturmes,
dieses war der nach Osten ausgerichtete Chorraum einer um 1150 bis 1250 im
Stil der Romanik erbauten Kirche. Freigelegte Malereien aus der Zeit um
1300 zeigen die Grablegung Christi und die Symbole der vier Evangelisten,
die zwischen den mit einem Zahnfriesmuster versehenen Kreuzrippen des
Gewölbes dargestellt sind.
Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde die Kirche 1406
als Laurentius-Kapelle, nach dem Schutzpatron benannt.
Vom Altar an der Ostwand sind heute noch vier
Heiligenfiguren erhalten, die von Tilman Riemenschneider aus Lindenholz
geschnitzt wurden. Die Figuren stehen derzeit im Badischen Landesmuseum in
Karlsruhe.
Im Mittelalter als Wallfahrtskirche dienend, wurde 1602
mit einem Neubau begonnen. Die Kirche wurde nach Süden erweitert und nach
Westen verlängert, der Turm wurde mit einem Dachreiterlein erhöht, die
Fenster mit schönem Maßwerk verziert. Der Altartisch von 1608 ist ein Werk
der Renaissance mit 1777 vorgeblendeter Retabel des Rokkoko. Der
Altaraufsatz mit einer Abendmahlsdarstellung von Hans Junker und der
Kreuzigungsgruppe, umrahmt von Leuchter- und Posaunenengeln, kam 1777
hinzu. Den Abschluss bildet das Wappentier der ehemaligen Grundherrschaft
der Rüdt von Collenberg.
Die Kanzel von 1609 mit dem wuchtigen Schalldeckel ist
durch ihre Einlege- und Schnitzarbeiten ein Kunstwerk besonderer Prägung.
Von meisterhaften Steinmetzarbeiten legen die beiden Emporen Zeugnis ab.
Die Empore an der Südseite wird 'Schlossempore' genannt, sie war der Sitz
der Grundherrschaft mit Zugang vom äußeren Treppenturm. Darunter hatten
die Kirchengemeinderäte ihren Sitz im fast 400jährigen Gestühl.
Die ehemalige 'Orgelempore' an der Nordwand verlor ihre
Bedeutung mit dem Kauf einer neuen Orgel 1767, welche auf einer neu
errichteten Empore zwischen 'Schlossempore' und 'Orgelempore' ihren Platz
fand. Die barocke Fassung der Orgel ist noch original. Auf ihr ist ein
Chronogramm zu sehen, eine lateinische Umschrift mit hervorgehobenen
römischen Zahlenbuchstaben, die das Jahr der Fertigstellung dokumentieren.
Eine leuchtende Freskomalerei an der Decke von 1766
stellt die Taufe Christi und die Evangelisten in Medaillons dar.
An der nördlichen Seitenwand befindet sich das Grabmal
des Johann Ernst Rüdt von Collenberg, der 1715 starb. Es schließt sich an
das Grabmal seiner beiden Töchter, die 1706 im Hochwasser der Seckach bei
Adelsheim ertranken. An beiden Seitenwänden sind Tafeln mit den Namen der
im I. Weltkrieg gefallenen und vermissten Söhne der Gemeinde angebracht.
Im Kirchgärtlein befindet sich eine
Gefallenengedächtnisstätte für die toten Soldaten des II. Weltkrieges.
Noch heute ist die Sindolsheimer Kirche die
Patronatskirche der ehemaligen Grundherrschaft. |