| Zur Geschichte der Evangelischen Gemeinde | Das 772 zum ersten Mal erwähnte heutige evangelische Kirchengebäude war in seinen ursprünglichen sehr kleinen Bemessungen wohl dem Hl. Nazarius geweiht und gehörte zu den Stiftungen von Lorch. Die Kirche wurde mehrfach umgebaut, war zeitweilig auch Wehrkirche, wurde nach der Reformation, die 1559/1564 eingeführt wurde, eine zeitlang auch der katholischen Gemeinde übergeben. Ein Bericht des Pfarrers Georg Sebastian Schobinger, von 1710-1748 Pfarrer in Schillingstadt, erzählte von einem Konflikt unter den Konfessionen: Als der katholische Priester einmal mit den Katholiken des Ortes die Evangelischen am Kirchgang hindern wollten, die Tür mit ihren Leibern versperrten, rief Pfarrer Schobinger kurzerhand: Alle Evangelischen mir nach, nach Schwabhausen! Und zog mit seiner Gottesdienstgemeinde durchs Kappelhölzle zur Evang. Kirche nach Schwabhausen. Diese Streitereien haben aufgehört, die Katholische Kirchengemeinde erhielt 1777 ein eigenes schönes Gotteshaus. 1995 wurde die Kirche unter Leitung des Architekten App aus Lauda renoviert. Am 05. März wurde sie in einem Gottesdienst ihrer Bestimmung als Gottesdienstort wieder übergeben. Landesbischof Dr. Klaus Engelhardt, 1932 in dieser Kirche von seinem Vater, dem damaligen Pfarrer Wilhelm Engelhardt getauft, weihte die Kirche ein. |
| Information: | Schillingstadt ist politisch ein Ortsteil der Gemeinde Ahorn (seit 1974) und hat 425 Einwohner. Zur Kirchengemeinde gehören etwa 250 Gemeindeglieder. Im Lorscher Codex wird „Scillingestat“ im Jahre 773 zum erstenmal in einer Urkunde erwähnt. Ende des 13. Jahrhunderts heißt der Ort Schillingestat und im 14. Jahrhundert Schillingstat. An einer römischen Besiedlung der Gemarkung besteht kaum ein Zweifel, wie entsprechende alte Funde bezeugt haben. Auch Funde fränkischen Ursprungs wurden hier gemacht.. Daraus geht hervor, dass Schillingstadt eine frühfränkische, vielleicht sogar eine alemannisch-fränkische Gründung aus dem 6. bzw. 7. Jahrhundert ist. Von wirtschaftlicher Bedeutung für die Gemeinde Ahorn sind auch heute noch die Land- und Forstwirtschaft. 1992 wurde mit einem Dorffest eine gründliche Dorfsanierung feierlich abgeschlossen. Der Ort ist eine kleine dörfliche Perle unter den Orten der Gemeinde Ahorn (Rathaus im Fachwerkstil, erbaut 1936). Im Jahre 2002 belegte Schillingstadt beim 21. Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene einen hervorragenden zweiten Platz. Beim Landeswettbewerb 2003 erhielt Schillingstadt einen „Sonderpreis“. |