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Dringend notwendige OP an den Stimmbändern einer Odenwälder Königin!
Die chirurgischen Eingriffe an Herz, Lunge und Bewegungsapparat zur dauerhaften Genesung der Orgel-Patientin der Hirschlandener Kirche sollen anlässlich der anstehenden Renovierungsarbeiten der Kirche vorgenommen werden. Bei der gründlichen Untersuchung durch verschiedene Orgelbau-Spezialisten wurde jetzt allerdings noch eine schwere Entzündung der Stimmbänder festgestellt. Schon lange klang die königliche Stimme eigentümlich belegt und matt, in der Vergangenheit wurden aber von den Orgel-Pflegern nur die Symptome behandelt. Die eigentliche Ursache für den müden Gesang – das brachten auch alte Akten zur Krankengeschichte zutage – war eine Operation, bei der 1959 die Stimmbänder (= Pfeifen) gekürzt wurden, was den Klang höher und dumpfer machte.
Die einstige besondere Ausstrahlung und einzigartig schöne Stimme der Hirschlandener Königin (der Instrumente) lässt sich nur dadurch wiedergewinnen, indem die Stimmbänder wieder ihre ursprüngliche Länge und Form erhalten. Diese Operation ist mit vielen hundert Stunden zusätzlicher Arbeit verbunden und benötigt daher großzügige finanzielle Unterstützung von den Angehörigen und Freunden des (Kirch-)Hofes, damit sie überhaupt durchgeführt werden kann.
Die Dickel-Orgel der ev. Kirche Hirschlanden
„Johann Heinrich Dickel Orgelmacher in Moßbach hat dieses Werk neu gemacht Im Jahr 1789“
Diese versteckte Windladeninschrift belegt die Autorenschaft des Mosbacher Orgelbauers Dickel für das Hirschlandener Instrument. Johann Heinrich Dickel stammte aus Berleburg und wurde dort im März 1745 geboren. Seine Lehr- und Wanderjahre führten ihn zunächst nach Heidelberg, wo er in die Hoforgelbauerfamilie Müller einheiratete. Von seinem Schwiegervater, Johann Friedrich Ernst Müller (1704-1750), stammt vermutlich die Orgel in Heiligkreuz bei Weinheim. Von Dickel selbst sind in Baden noch die Orgeln in den evangelischen Kirchen Lobenfeld (1773) und Michelfeld (1788) zumindest teilweise erhalten, wobei vor allem das Michelfelder Doppelgehäuse sehr aufwändig und kunstvoll gestaltet ist. Insgesamt sind nach der 1771 in Mosbach erfolgten Werkstattgründung 15 Orgelneubauten durch Johann Heinrich Dickel nachgewiesen. Er starb am 9. Januar 1796.
Ein besonderes Zeugnis barocker Orgelbaukunst
Die Orgel in Hirschlanden blieb bis 1959 fast unverändert. Zuvor war lediglich ein elektrisches Gebläse eingebaut worden. Im 1. Weltkrieg mussten die Zinnpfeifen des Prospektes abgegeben werden. Leider wurden 1959 fast alle übrigen Pfeifen von Dickel ausgetauscht - angeblich wegen Verwurmung und sonstiger Beschädigungen. Die neu eingebauten Pfeifen passen jedoch von ihrer Bauart und von ihrem Klang nicht zu dem sonstigen Stil der Orgel – der ehemals viel wärmere und sonore Klang wurde spitz und schrill. Anstatt ehemals vier Begleitregistern für Chor und Instrumentalisten besitzt die Orgel heute nur noch zwei. Bei einer 1981 vorgenommenen Reparatur wurde lediglich das weitere Funktionieren der Orgel bis heute sichergestellt, die entstellenden Umbauten blieben vollständig erhalten. Ein Rückführen der Orgel in ihre ursprüngliche technische und klangliche Gestalt wäre eine einzigartige Besonderheit in weiter Umgebung Hirschlandens. Aus der Barockzeit gibt es nämlich in dieser Gegend kaum noch erhaltene Zeugnisse orgelbauerischen Schaffens – von Dickel wäre es neben Lobenfeld die einzige Orgel, von der neben dem Gehäuse noch das Herzstück des Instrumentes, die Windlade, erhalten geblieben ist.
Nach Vorgesprächen mit Fachleuten werden die zu erwartenden Sanierungskosten der Dickel-Orgel auf ca. 100.000 ¤ geschätzt.
Da die Kirchengemeinde zugleich eine große Kirchen-Innenrenovierung zu verkraften hat, sind wir dringend auf Spenden angewiesen.
Helfen Sie uns durch Ihre Spende diese wertvolle Orgel zu erhalten!
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.
Spendenkonto: Evang. Kirchengemeinde Hirschlanden Konto-Nr. 20400 Volksbank Kirnau eG (BLZ: 674 617 33) Stichwort „Orgel“
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